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2019-44 | 27.12.2019

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UKRAINE: „Auf unseren Knien stehen“ in Kharkov

WEIßRUSSLAND: Dienst an Kindern, die von Tschernobyl betroffen sind

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UKRAINE: „Auf unseren Knien stehen“ in Kharkov

Ukrainische Glaubende knien und beten – oftmals bei eisigen Temperaturen – seit fünf Jahren jeden Morgen auf dem Marktplatz von Kharkov.

Nicole Leigh, eine IMB-Missionarin, berichtet: 

Draußen war es noch dunkel, als ich aufstand, um zum Gebet zu gehen. Ein kalter Luftzug im Zimmer wies mich darauf hin, dass es ein frostiger, eineinhalb Kilometer langer Spaziergang zum Markplatz werden würde. Ich wollte gerne wieder unter die Bettdecke schlüpfen, doch ich widerstand. „Ich mache das erst seit drei Tagen, während meine ukrainischen Freunde dies bereits seit fünf Jahren jeden Tag tun“, schalt ich mich selbst.

Nachdem ich das Hotel verlassen hatte, bahnte ich mir meinen Weg durch gefrorene Eishaufen und tiefe Matschpfützen. Aufgrund des Windes hatte ich meinen Kopf tief nach unten gebeugt und meinen Schal ein wenig fester gezogen – so ging ich im frühen Morgenlicht zum Friedensplatz in Kharkov. Die Temperatur lag unter null, es fiel Schnee und ein scharfer Wind schlug mir ins Gesicht, doch als ich ankam, wurde ich von strahlenden Gesichtern, herzlichem Händeschütteln und warmen Küsschen von einer heiteren Truppe empfangen, die die Kälte überhaupt nicht zu bemerken schien. Die ansteckende Freude wärmte mich von innen heraus und ich war froh, dass ich gekommen war.

Doch jeden Tag? Seit fünf Jahren? Ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte. Was treibt diese Menschen an, dass sie so früh aufstehen und sich in den Schnee knien? Warum ist es so wichtig, dass man zusammenkommt, wenn man auch einfach ein Gebet in seinem warmen Betten flüstern könnte?

Photo: Ukrainer knien und beten im Schnee auf dem Marktplatz von Kharkov

Ein Aufruf zum Gebet

Im März 2014 tauchten Panzer und Gewehre und Männer mit Masken in den Straßen von Kharkov in der Ukraine auf. Sie warfen alles über den Haufen und bedrohten den 23-jährigen religiösen Frieden, den diese nachkommunistische Generation gepflegt hatte. Die naheliegenden Städte Lugansk und Donetsk wurden von den Separatisten ebenfalls angegriffen, doch diejenigen, die Kharkov bekämpften, wussten nicht, gegen was sie aufgestanden waren.

Pastoren und evangelikale Leiter gaben einen Aufruf zum Gebet heraus – um 7 Uhr an jedem Morgen – auf dem Marktplatz. Der Aufruf galt allen, die den eigentlichen Kampf kämpfen wollten, der in ihrer Stadt vor sich ging – ein geistlicher Kampf. Innerhalb einer Woche tauchten 150 bis 200 Glaubende auf, um auf ihren Knien zu kämpfen, weil sie sich an die geistliche Finsternis erinnerten, die ihr Land unter dem Kommunismus überschattet hatte. Dies war kein politischer Kampf, es war und ist ein geistlicher Kampf von epischen Ausmaßen, weil ihre Freiheit anzubeten, sich gemeinsam als Kirchen zu versammeln, öffentlich zu beten und ihren Glauben mit anderen zu teilen, bedroht war.

„Dies ist die Generation der Kinder, deren Väter für ihren Glauben getötet wurden und deren Väter die meiste Zeit ihres Lebens für ihren Glauben im Gefängnis verbracht hatten. Wir kannten das wahre Gesicht des Kommunismus und er versuchte, zurückzukommen. Wir standen auf unseren Knien und wir sagten: ‚Herr, wir wissen nicht, was wir tun sollen. Unsere Augen sind auf dich gerichtet, Herr.‘ Die einzige Hoffnung lag auf dem Herrn“, sagte Pastor V., ein Baptistenpastor und einer der leitenden Organisatoren der Gebetsversammlungen.

Während der 72-jährigen kommunistischen Herrschaft waren evangelikale Gemeinden und evangelistische Aktivitäten verboten. Ukrainer, die predigten, aus der Schrift lehrten oder das Evangelium verkündeten, wurden gezwungen, in den Untergrund zu gehen, und sie wurden massiv verfolgt. Zwei Generationen von Kindern lernten in der Schule, dass es keinen Gott gibt. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Situation besonders gefährlich. Baptisten und andere protestantische Glaubende wurden in der UdSSR in Psychiatrien eingesperrt, verhaftet, gefangengenommen und in einigen Fällen wurden ihnen sogar ihre elterlichen Rechte entzogen. 

Nach Jahren des Gebetes, in denen sie einen hohen Preis für ihren Glauben bezahlen mussten, brachte Gott religiösen Frieden in das Land. Seit dieser Zeit ist die Ukraine zum Bibelgürtel von Osteuropa geworden. Sie ist das Zentrum des evangelikalen Lebens in der ehemaligen Sowjetunion und führend in der Gründung von Gemeinden und der Aussendung von Missionaren.

Doch nun erleben die Christen in dem immer noch besetzten Gebiet in der östlichen Ukraine dieselbe Haltung gegenüber Evangelikalen, die sie nur zu gut aus ihrer Kindheit kennen. Im Zuge der Übernahme durch die Separatisten im Jahr 2014 wurden evangelikale Gemeinden in den großen Städten des besetzten Gebietes geschlossen und mit Geldstrafen bedroht.
Wenn sich diese Brüder und Schwestern heute versammeln, beten sie für die Menschen im Kriegsgebiet sowie für langanhaltenden Frieden, denn sie wissen, dass dies nur dann geschehen wird, wenn der Geist Gottes Menschen zur Buße und zum Glauben an Jesus bringt. Aus diesem Grund beten die Ukrainer jeden Tag auf ihren Knien, unabhängig vom Wetter. „In dieser Situation hätte ich Angst, wenn ich nicht beten würde“, sagte Pastor V. „Wir wissen, was auf dem Spiel steht.“

Quelle: Nicole Leigh, IMB

In unserer nächsten Ausgabe, die in der zweiten Januarwoche herauskommen wird, lesen Sie: Fünf Lektionen, die wir von diesen treuen Betern lernen könne. Für heute wünschen wir Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!

WEIßRUSSLAND: Dienst an Kindern, die von Tschernobyl betroffen sind

Es ist 33 Jahre her, dass im Kernkraftwerk von Tschernobyl ein Unfall passiert ist. Auch heute noch sind viele Gemeinden in der Ukraine und im südlichen Weißrussland von Komplikationen durch diese Katastrophe betroffen. 

Kinder in diesem Gebiet leiden unter den anhaltenden Auswirkungen der Strahlenvergiftung. Einige wurden mit vergrößerten Organen, Schilddrüsenproblemen und Fehlbildungen geboren, und es ist schrecklich mit anzusehen, wie sie leiden. Die Strahlung hat zudem das Wasser kontaminiert.

Doch in der davon nicht beeinträchtigten Stadt Kobryn in Weißrussland kümmert sich die slawische „Gospel Associaton“ an einem Ort namens Camp Pearl um die körperlichen und geistlichen Bedürfnisse dieser Kinder. 
Das Camp ist mit einem Ultraschallgerät ausgerüstet, das gebraucht wird, um Untersuchungen bei den Kindern durchzuführen und dadurch bereits frühzeitig Komplikationen zu entdecken. Weil der Strahlungsvorfall Auswirkungen auf die Zähne hat, bietet das Camp darüber hinaus auch zahnärztliche Versorgung an. Die Kinder haben außerdem die Möglichkeit, etwas über die Liebe Christi zu erfahren, in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden.

Quelle: Slawische Gospel Association                       

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